Wassersicherheitsplan (Water Safety Plan)

Das HYGline Wassersicherheit-Management wurde nach dem Erscheinen der ÖNORM B 1921 im Jahr 2023 entwickelt.

Mit Hilfe des elektronischen Erfassungs- und Dokumentationssystem wird auf die jeweils zutreffende ÖNORM (B 5019, B 5021, B 1921) eingegangen und mit Unterstützung von HYGline-Expert:innen, ein entsprechendes Präventionsprogramm erarbeitet und laufend evaluiert. Die engmaschige Begleitung durch die Expert:innen garantiert die Minimierung von Risiken und die Aufrechterhaltung einer hohen Wasserqualität.

  • Was ist ein Wassersicherheitsplan (WSP)? +

    Ein Wassersicherheitsplan (Water Safety Plan, WSP) gemäß ÖNORM B 1921 ist ein proaktives und systematisches Konzept zur Überwachung und Sicherstellung der Trinkwasserqualität in einer gesamten Einrichtung, vom Gebäudeeintritt bis zu jeder einzelnen Entnahmestelle.

    Er ist kein vorgefertigtes Dokument, sondern ein maßgeschneidertes Instrument, das exakt auf die jeweilige Hausinstallation und deren Betriebsweise abgestimmt wird. Ein WSP umfasst eine detaillierte Risikoanalyse, vorbeugende Maßnahmen sowie klare Kontroll- und Überwachungsmechanismen entlang der gesamten Hausinstallation.

  • Wasserqualität sichern: Warum ist ein Wassersicherheitsplan im Gesundheits- und Sozialeinrichtungen unverzichtbar? +

    Ein Wassersicherheitsplan ist in Gesundheitseinrichtungen unverzichtbar, da die Trinkwasserqualität direkten Einfluss auf die Sicherheit von Patient:innen, Bewohner:innen und Mitarbeitenden hat.

    Durch regelmäßige Prüfungen, Kontrollen und Dokumentationen lassen sich potenzielle Gefahren frühzeitig erkennen, Risiken minimieren und die langfristige Sicherheit der Wasserqualität gewährleisten.

    Jeder Wassersicherheitsplan muss individuell an die örtlichen Gegebenheiten und an die konkrete Betriebsweise angepasst werden. Nur so kann die Trinkwassersicherheit und die Einhaltung der Trinkwasserrichtlinien nachhaltig sichergestellt werden.

  • Was ist die Trinkwasserverordnung (TWVO) und wer muss diese umsetzen? +

    Die österreichische Trinkwasserverordnung regelt die Qualität und Sicherheit des Trinkwassers, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Sie legt fest, welche Anforderungen an Trinkwasser in Bezug auf physikalische, chemische und mikrobiologische Eigenschaften zu erfüllen sind.

    Zu den wichtigsten Aspekten gehören Grenzwerte für Schadstoffe, regelmäßige Untersuchungen der Wasserqualität und die Dokumentation der Trinkwasserqualität. Diese Verordnung muss von allen Wasserlieferanten umgesetzt werden, also sowohl von öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen als auch von privaten Betreiber:innen von Wasserversorgungsanlagen, beispielsweise in großen Betrieben oder Wohnanlagen.

    Im Gesundheitswesen ist die Trinkwasserqualität besonders wichtig, da sie direkten Einfluss auf die Gesundheit von Patient:innen und Mitarbeitenden hat. Als Betreiber von Gesundheitseinrichtungen sind Sie verpflichtet, regelmäßige Qualitätsprüfungen durchzuführen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Wir unterstützen Sie dabei, die Anforderungen der Trinkwasserverordnung zu erfüllen und eine kontinuierliche Wasserqualität sicherzustellen.

  • Was sind ÖNORMEN und welche sind bei der Wassersicherheit relevant? +

    ÖNORMEN sind österreichische nationale Normen, die vom Austrian Standards International (ASI) herausgegeben werden. Sie legen technische und qualitative Standards für Produkte, Dienstleistungen und Prozesse fest.

    Die relevanten ÖNORMEN (B 5019, B 5021, B 1921) bilden mit anderen technischen Normen (wie z.B. ÖNORM EN 806 und ÖNORM B 2531) zusammen den rechtlichen und technischen Rahmen für ein sicheres und hygienisch einwandfreies Wassermanagement in Österreich.

  • Wie sichert die ÖNORM B 1921 die Trinkwasserhygiene in Trinkwasseranlagen? +

    Die ÖNORM B 1921 legt die Anforderungen für den hygienisch sicheren Betrieb und die Instandhaltung von Trinkwasser-Installationen fest und ersetzt die früheren Normen ÖNORM B 5019 und ÖNORM B 5021. Sie definiert die mikrobiologischen Anforderungen an Trinkwasser-Erwärmungsanlagen und deren Überwachung und berücksichtigt dabei sowohl Warm- als auch Kaltwasser im Rahmen des Risikomanagements.

    Die ÖNORM B 1921 bewertet den hygienischen Zustand einer gesamten Hausinstallation und verlangt in Pflegeheimen, Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen die Erstellung eines Wassersicherheitsplans mit festgelegten kritischen Kontrollpunkten.

    Je nach Komplexität und Nutzungsbereich differenziert die ÖNORM B 1921 ihre Anforderungen, um einen nachhaltigen, hygienischen und risikobewussten Betrieb von Trinkwasseranlagen – besonders im Gesundheits- und Sozialbereich – sicherzustellen.

  • Was beinhaltet das Management zur Wassersicherheit von HYGline? +

    Der Leistungsumfang, der von HYGline geboten wird, ist umfangreich und bietet den verantwortlichen Personen vor Ort bestmögliche Sicherheit. Mit dem von HYGline entwickelten Wassersicherheits-Management leben Sie Ihren Wassersicherheitsplan digital - ein erfahrenes Beratungsteam steht Ihnen bei der Implementierung gerne zur Verfügung.

    Er umfasst folgende Punkte:

    • Jährliches Audit zum Thema Wassersicherheit vor Ort inkl. umfassendem Auditbericht mit Risikoanalyse
    • Ein Round Table Expertengespräch (vor Ort oder per Videokonferenz möglich) mit ausführlichem Protokoll
    • Fachliche Unterstützung bei der elektronischen Erfassung aller Warmwasserbereiter, aller zugeordneten Wasserauslässe sowie aller Geräte, die direkt mit dem Trinkwassersystem verbunden sind
    • Einstufung der auslassbezogenen Risiken
    • Empfehlungen für Maßnahmen zur Risikominimierung
    • Unterstützung bei der Kennzeichnung der Auslässe mittels hochwertiger QR- Code- Etiketten. Es wird eine klare Zuordnung der Befundergebnisse möglich.
    • Tagesaktuelle Risikoanalyse anhand eines Ampelsystems für die Nutzungsfrequenz
    • Erstellung tagesaktueller, bedarfsgerechter Spülpläne
    • Dokumentation aller gesetzten Maßnahmen in der Datenbank
    • Fachliche Begleitung durch HYGline-Expert:innen
    • Detaillierte Empfehlungen bezüglich Probenumfang (Beprobungsplan)
    • Durchsicht, der vom Kunden oder von dritter Seite übermittelten, Wasserbefunde (Hinweis: HYGline GmbH erbringt selbst keine Laborleistungen)
    • Schriftliche Empfehlungen für die erforderlichen Maßnahmen und Kontrolle der Wasserqualität
    • Einsparung von Ressourcen (Personal, Wasser, Strom)
    • Rechtssicherheit im Fall von juristischen Auseinandersetzungen und behördlichen Einschauen
    • 24/7 Hotline Unterstützung durch HYGline-Expert:innen bei Notfällen

  • Was sind Legionellen? – Auftreten, Übertragung und Krankheiten +

    Legionellen sind Umweltbakterien, die sowohl in natürlichen als auch in technischen Wassersystemen, wie Trinkwasserinstallationen, vorkommen.

    Ihr Wachstum hängt stark von der Temperatur ab:

    • 25–45 °C: starke Vermehrung (Optimum ca. 37 °C)
    • >60 °C: Abtötung der Bakterien
    • < 20 °C: kaum Wachstum, aber Überleben über längere Zeit

    In technischen Anlagen wie Warmwassersystemen finden sie durch Biofilme, Ablagerungen und lange Stagnationszeiten günstige Bedingungen vor. Legionellen sind besonders widerstandsfähig, da sie sich in Amöben und Protozoen vermehren können, was sie gegenüber äußeren Einflüssen schützt und ihr Überleben in Trinkwassersystemen begünstigt.

    Legionellen werden durch das Einatmen kontaminierter Aerosole (z. B. aus Duschköpfen, Warmwasseranlagen oder Luft- und Befeuchtungssystemen) übertragen.

    Sie verursachen vor allem zwei Erkrankungen: die Legionärskrankheit, eine schwere Lungenentzündung - sowie das mildere Pontiac-Fieber.

  • Was ist Pseudomonas aeruginosa? – Auftreten, Übertragung und Krankheiten +

    Pseudomonas aeruginosa ist ein weit verbreitetes Wasser- und Feuchtkeim- Bakterium, das in Leitungswasser, Duschen, Waschbecken, Toiletten, Schwimmbecken, Spülmaschinen und sogar in destilliertem Wasser oder Desinfektionsmitteln überleben kann, sofern organische Rückstände vorhanden sind. In technischen und medizinischen Anlagen bildet der Erreger Biofilme, die zu Verstopfungen und Materialschäden führen.

    Die Übertragung erfolgt meist über direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen, Oberflächen oder Gegenständen.

    Pseudomonas aeruginosa kann zahlreiche Erkrankungen auslösen, etwa Pneumonien bei zystischer Fibrose, Harnwegsinfekte, Enterokolitis, Meningitis, Otitis externa oder Infektionen von Brandwunden. Besonders für immunsupprimierte Personen stellt er ein hohes Risiko dar. Im Krankenhaus zählt der Keim zu den bedeutendsten nosokomialen Erregern, unter anderem wegen seiner ausgeprägten Multiresistenzen.

  • Gibt es noch andere wasserassoziierte Krankheitserreger? +

    Neben Legionellen und Pseudomonas aeruginosa sind noch zahlreiche weitere wasserassoziierte Krankheitserreger bekannt, die eine erhebliche Krankheitslast verursachen können. Die Maßnahmen zur Verhinderung der Ansiedlung und Vermehrung von Legionellen und Pseudomonas aeruginosa reduzieren jedoch in der Regel auch das Vorkommen anderer Krankheitserreger (z.B. Stenotrophomonas maltophilia, Acinetobacter baumannii, Aeromonas hydrophila) und senken damit das Erkrankungsrisiko. Deshalb ist die Untersuchung dieser beiden Bakterien im Trinkwasser und im Warmwasser besonders wichtig.